Dizi, Xiao, Nay, Shakuhachi oder Bansuri aus Amazon oder eBay

Leute,

es schickt sich nicht andere Händler schlecht darzustellen oder eigene Ware über andere höher zu stellen. Doch ich muss feststellen, dass fast jeder dritte Kunde von mir zuerst in eBay oder Amazon oder sonst wo eine Flöte gekauft hat, bevor er von mir eine kauft. Und das gilt vom „kleinsten“ Musiker bis hin zu den größten Häusern Europas. Sei es die Philharmonie Berlin, die Bundewehr oder selbst das Musical von Phil Colins (Tarzan) in Oberhausen. Alle, echt alle, haben zuerst andere Flöten gekauft und sind dann irgendwann bei mir gelandet.

Warum?

Es gibt mehrere Ursachen und Gründe.

  • Meine Flöten werden hier gebaut, ich baue sie in meiner Werkstatt und du hast einen Ansprechpartner.
  • Meine Flöten stimme ich mit +/-10 Cent Toleranz. Fast alle „ethnische“ Flöten haben eine Toleranz bis zu 50 Cent. Um mit solchen Flöten flüssig so zu spielen, dass man in der Harmonie mit anderen Musikern spielen kann, muss man mit diesen Flöten förmlich aufgewachsen sein. Ferner ist es nicht in der Natur unseres Musikverständnisses, ständig die Noten in die Tonalität zu biegen. Ferner, kann man dies auch bei sehr guter Stimmung wie bei meinen Flöten, weil man jede Note ja nach Flöte bis zu eine ganze Note biegen kann. Wer also vom Tiefen in die Note sich einornamentieren will, kann mit einer gestimmten Flöte sie zuerst tiefer spielen und dann entspannt in die Note einschleichen.
  • Und eins der wichtigesten Argumente ist, dass ich eine Lösungsmittelallergie habe. Ich kann das Zeugs von hundert Meter nicht leiden. Deshalb nutze ich um Gottes Willen keine schädlichen Stoffe und Lösungsmittel. Ich habe hierfür meinen eigenen Schellack über Jahre entwickelt und die Flöten haben nicht nur einen besseren Klang dadurch, sondern sind umweltfreundlich und vor allem Menschenfreundlich, da Schellack ein Naturprodukt ist, welches sogar als Kapseln für Medikamente verwendet wird.

Gibt es in Amazon und eBay keine guten Bambusflöten?

Doch, hin und wieder schon. Aber auch hier muss man dann etwas mehr zahlen als die gängigen Dizi Flöten oder Xiao Flöten. Eine professionelle Meisterflöte aus China kostet auch einige hundert Dollar. Man kann für 14 Dollar kein gutes Instrument erwarten. Und vor allem kann man es mir dann nicht schicken und bitten, dass ich es aufpeppel. Das kostet mich mehr Arbeit und Zeit, als von Grund auf eine neue zu bauen. Ferner sind die fast immer mit künstlichen Lacken überzogen und mit Schadstoffen belastet.

So, nun habe ich es geschrieben und gesagt. Ihr müsst nicht von mir kaufen, vergewissert euch aber, dass die Flöten Lösungsmittel und Schadstofffrei sind. Und ich bin mir sicher, dass die Händler dieser Billig-Flöten nicht antworten oder ausweichen werden. Nur die wenigsten kennen sich ja selbst mit den Instrumenten aus.

Neues Shakuhachi-Shop Template

Vor drei Tagen hatte ich einen riesen Schreck. Ich war in Google verschwunden. Nach einigem Recherchieren stellte sich fest, dass ich 523 tote Links auf der Website hatte. Beim Migrieren des Inhalts hatte ich vergessen die Links anzupassen und so führten alle Links zu Fotos auf tote Links.

Dann sagte mir Google auch noch, dass meine Produkte nicht für Smartphones optimiert sind und daher auch dort nicht angezeigt werden.

Als an die Arbeit und von gestern bis heute früh habe ich alles repariert und ein neues Layout für meinen Shop gemacht. Ich hoffe es passt und gefällt.

Ich wäre mehr als dankbar, wenn ihr mir hierzu ein Feedback gibt. Bitte schaut auch mal in meine vielen Tutorial rein, da habe ich ganz viele Grafiken und Noten aus meinen Büchern für Nay Flöten und Shakuhachi, aber auch für die Quena eingefügt.

Marwan

Mit oder ohne Wurzelende

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich im Shop keine Wurzelend-Shakuhachis einfüge. Nun ja, es ist so, dass eine Shakuhachi mit Wurzelende einefach sehr, also sehr viel Arbeit einnimmt. Am Ende muss sie sich nicht unbedingt besser als eine ohne Wurzelende anhören.

Ja, dieses Wurzelende macht unten ein gewisses Gewicht, welches hilft die Flöte in Position zu halten, aber andererseits haben andere Flöten kein Gewicht am Ende, Sei es die Quena, die Nay, die Kawala oder eine ganz normale Blockflöte. Ferner haben selbst die Traditionellen Shakuhachis nicht immer ein Wurzelende. Das Problem was ich sehe, ist dass alles Fernöstliche in Europa eine neue Wertung bekommen hat. Es gibt da das gewisse „Ommmm“, was fernöstlich sein darf und was nicht. Die klassische Shakuhachi hat zu einem großen Teil ihre Vorstellung von was klassisch ist, durch orientalisten bekommen. Das ist auch nicht so dramatisch, das kenne ich aus vielen Kulturen. In Ägypten beispielsweise, wo ich immerhin 25 Jahre lebte hat man den Touristen angeboten deren Frau für Kamele zu kaufen. Natürlich kauft kein Mensch dort eine Frau mit Kamelen, das ist aber was ein Tourist hören will und so hat man es denen gesagt.  Ähnlich ist nun eine gewissen Massenindustrie für Shakuhachis entstanden wo Ahorn-Shakuhachis von der automatischen Drechselbank in eine Form geschliffen werden, wie es der weiße Mann haben will.

Mir ist es egal ob Wurzelende oder nicht. Entscheidend ist, wie die Shakuhachi gestimmt ist, ob man mit ihr vernünftig spielen kann und ob man vor allem zusammen mit anderen Musiker spielen kann.

Ich weiß nicht ob ich es schon mal hier geschrieben habe, aber vor zwei oder drei Jahren kam ein Kunde zu mir mit einer wunderschönen, echt wunderschönen Shakuhachi aus Kirschholz. Ich sollte sie spielen und testen. Diese war hoffnungslos verstimmt. Ich wollte es aber nicht sagen, weil er immerhin über 800 Euro gezahlt hatte und dies schon vor zwei Monaten. Aber er drängte mich förmlich und sagte: „Sagen Sie es doch, die ist völlig verstimmt“. Also gab ich es zu! Dann erzählte er mir, dass der Verkäufer aus Berlin ihm weis machte, dass diese Shakuhachi auf die Wellen des Mondscheins gestimmt ist!

Man kann es kauf fassen. Jede Shakuhachi bei mir für 99 Euro ist tausend Mal besser als diese gestimmt gewesen und doch kaufte der Kunde diese Flöte weil er dachte bei 800 Euro kann sie nur gut sein!

Das ist aber nicht so. Gut muss nicht teuer sein, sondern gut!

Deshalb, ja. Eine Wurzelendshakuhachi ist zwar schön und oftmals aus starkem Bambus (sehr gut) aber das bedeutet nicht, dass sie besser als andere sind, die ebenfalls aus starkem Bambus sind. Ferner ist es abhängig von dem Farbton den man will. Ein dünnwändiger Bambus wie bei der Shakuhachi-Nigra hat einen offenen hellen Klang und wird daher beim Musizieren mit anderen bevorzugt. Auch viele Studioaufnahmen haben Künstler mit dieser Flöte gemacht. Der letzte (Name werde ich NIE erwähnen) hat dann auf den Cover eine Shakuhachi mit Wurzelende getan, denn dies ist was die Menschen zu sehen erwarten.

Wurzelend-Shakuhachis haben aber für sich selbst eine besondere individuelle Schönheit und ja ich baue sie, auch regelmäßig, aber nur auf Bestellung und dann auch nicht als Produkt im online Shop. Wer sich also eine solche wünscht, den bitte ich mir eine Mail zu senden.

Shakuhachi ein schneller Markt

Ich habe echt lange gegrübelt ob ich diesen Artikel schreibe, aber nun schreibe ich ihn doch. Ich habe vor 4 Wochen eine Wurzelend-Shakuhachi und eine „einfache“ Shakuhachi von einem neuen Shakuhachi-Bauer in Deutschland gekauft. Meine Absicht war Freude, denn ich freue mich, wenn jemand Bambusflöten baut, sonst hätte ich ja auch nicht so viele Lehrbücher darüber geschrieben.

Aber dann begann er zu fragen. Warum kaufst du, wenn du selbst baust und und und…

Irgendwann schrieb ich, dass ich nicht weiß was das soll, immerhin haben die meisten Bambusflöten meine Bücher gelernt und vermutlich auch er.

Es kam die Antwort: „Ja, ich habe auch deine Bücher gelesen“. Also bat er um Entschuldigung und sendete die Flöten.

Und seitdem sie ankamen, bin ich am grübeln. Soll ich sie nun negativ bewerten oder nicht. Es sind jedenfalls keine Flöten die zu spielen sind. Die Wurzelend-Shakuhachi ist schräg gesägt, der Bambus hat Furchen und sie ist schrecklich gestimmt. die andere bringt mich zu staunen. Sie ist dünner als das Holz einer Nay. Mein kleiner Finger passt selbst nicht in die Flöte! Kurzum sie ist echt schlecht, und das erklärt auch den sagenhaften Preis unter 30 Euro.

Nun, kollegial will ich hier keine Namen und keinen Shop benennen, aber ich denke schon, das Qualität einen Preis hat. Bitte berücksichtigt dies, wenn ihr bei mir oder sonstwo eine Flöte kauf.

Schimmel für andere aus Shakuhachis beheben

Heute wieder einmal so eine typische Mail. Also schickt mir jemand, dass er eine Flöte sonstwo gekauft hat, diese aber ist nun verschimmelt. Dieses Mal war die Flöte von Ken LaCosse, also locker 1000 Dollar und das Mehrfache. Der Witz an der Sache ist, dass ich nun gebeten werde sie zu reinigen und mit Schellack zu behandeln. Ken LaCosse selbst würde es nicht machen, da er sich da nicht auskennt. Kurzum, auf meinem Shop die Infos gesammelt und dann aus den USA gekauft, das vermutlich vierfache gezahlt plus Zoll und dann mir zum Restaurieren senden (auch gleich drei Flöten).

Natürlich werde ich dies tun, denn natürlich tut es mir leid, dass dessen Shakuhachi mit Schimmel befallen ist, doch dann frage ich mich manchmal, warum nicht gleich von mir die Flöte zum halben und viertel Preis super behandelt und mit Schellack ummantelt kaufen?

Übungsflöten vs. Konzertflöten

Immer wieder werde ich gefragt welche Shakuhachi, Kawala, Nay oder Bansuri u.a. man als Anfänger kaufen sollte, ob es so etwas wie eine Einsteigerflöte oder Übungsflöte gibt.

Ich kenne das nicht so, zumindest aus der Ecke woher ich komme, war man stets bemüht von Anfang an auf einer sehr guten Nay zu spielen, denn nur so verlernt man nicht sein Gehör. Was ich aber sagen kann, es gibt bei mir preiswerte und sehr preiswerte Flöten. Dies hat nicht  mit der Klangqualität der Flöte sondern mit dem Aufwand zu tun. Eine Wurzelend-Shakuhachi nimmt einfach vier mal soviel Arbeit wie eine ohne Wurzelende. Gerade habe ich gesehen dass in Bayern die Wurzelendshakuhachis bis zu 1500 Euro kosten. Ich kann da nicht mithalten. Ich berechne meine Stunden zusammen mit dem Material und komme auf max. 300-500 Euro bei einer Shakuhachi mit Wurzelende.

Da muss ich doch gleich eine Geschichte erzählen. Da kaufte ein doch ziemlich kommunikative Kunde von mir eine unglaublich gute Shakuhachi für 390 Euro (inkl. Mehrwertsteuer). Nach 7 Tagen kam sie zurück mit einem Schreiben, dass sein Lehrer meint diese sei nicht gut und bei so einem Preis könnte man auch nicht mehr erwarten. Und so kaufte sein Lehrer ihm eine „gute“ Shakuhachi für 780 Euro. Allerdings, von einem der einzigen zwei Händler welche meine Arbeit „außer mir“ verkaufen dürfen. Ich erfuhr dies, weil der Kunde es sich nicht nehmen ließ mir auch noch ein Photo von der „richtigen“ Shakuhachi zu senden mit dem Hinweis, dass so gute Qualität aussehen würde. Was er nicht wusste ist, dass ich die Flöte dem Händler für 400 Euro verkauft hatte, dieser sie für 600 an den Lehrer verkaufte un dieser sie dann seinem Studenten für 780 Euro verkaufte.
Nun ist diese Geschichte auch 7 Jahre her und der Kunde meldete sich vor drei Jahren wieder und kaufte dann doch eine meiner Flöten direkt nachdem er genug Erfahrung gesammelt hat, um die Flöten selbst zu bewerten, ohne dass sein Lehrer daran verdient.

Was ich sagen will, eine gute Flöte muss nicht teuer sein, sie muss gute Klangqualität haben und gut gestimmt sein. Sie muss einfach anspielbar sein, soweit es geht und so behandelt sein, dass man lange mit ihr Freude hat.

Meine Flöten werden weltweit eingesetzt. Bei Filmen, Musikproduktionen und Musicals. Sie werden nicht teurer, wenn die Philharmonie München oder Berlin sie in Auftrag gibt, sie sehen auch nicht anders aus, als die Flöten die jeder bei mir erwerben kann. Händler bekommen bei mir keinen Rabatt, weil ich eh schon niedrige Preise habe.

Willst du also eine Einsteigerflöte, Unterrichtsflöte oder Konzertflöte, mit einer einzigen Flöte hast du sie alle.

Die Kiowa Flöte

Nun, da ich mich entschieden haben die Indianerflöten in meinen online Shop einzufügen, habe ich auch die Kiowa-Flöte eingefügt. Was ist das mit der Kiowa-Flöte. Es ist eigentlich die typische Indianerflöte, welche die Kiowa gespielt haben. Wer aufmerksam recherchiert, dass man stets „Kiowa inspired Flute“, „Kiowa Raven Flute“ oder „Kiowa Love Flute“ und immer die Kiowa-Kombinamen-Flöten findet. Es ist und bleibt aber eine Kiowa-Flöte.  Was nun die Kiowaflöte mit einem Raben (Raven) steht auf einem anderen Blatt.

Die moderne Indianerflötenbautradition tradiert neue Namen zu erfinden. Ich schließe mich da nicht gänzlich aus. Ich habe dann mal die Kiowa-Shaku Indianerflöte gebaut.

Was ist die Kiowa-Shaku Indianerflöte?

Wie manch einer vielleicht schon mitbekommen hat, ist es meine größte Leidenschaft Kulturen musikalisch zu verbinden, indem ich Zwitter-Instrumente baue. Deshalb habe ich also nun die Kiowa-Shaku Indianerflöte gebaut. Sie ist pentatonisch wie die Shakuhachi gestimmt und hat ein Zweikammersystem, um den Klang einer Indianerflöte zu erzeugen.

Allerdings habe ich die Kerbe hier von der Innenseite breit geschliffen wie bei einer Shakuhachi, um dadurch mehr Luftgeräusche und Obertöne zu erzeugen, wie es bei einer Shakuhachi üblich ist. Nun habe ich die absolut einfache Shakuhachi gebaut, so dass jeder sie wie eine Kiowa-Flöte spielen kann. Ich liebe dieses neue Instrument.

Hier ein Video dazu:

Die erste Shakuhachi

Man fragt sich immer wieder, ob man gleich eine teure oder preiswerte Shakuhachi kaufen soll. Eine Shakuhachi variiert zwischen 30 bis einige tausende Euros und die Entscheidung, wieviel Du bereit bist zu zahlen, musst Du selbst treffen. Eine gute Shakuhachi muss nicht teuer sein! Die nachfolgenden Kriterien, sollen Dir helfen, eine gute Shakuhachi zu erkennen.

Zum Material

Heute gibt es Shakuhachis aus traditionellem Bambus, Ahornholz, Metall, Glas, Plastik und sonstige Kunststoffe. Bambus ist alleine schon deshalb zu bevorzugen, weil eine Bambus-Shakuhachi nicht vom Fließband kommen kann. Aber nicht jeder Bambus ist gleich gut, und nicht jede Handarbeit ist lobenswert. Trotzdem empfehle ich eine Bambusshakuhachi, weil kein Bambus wie der andere ist. Jedes Bambusrohr hat seine individuelle Beschaffenheit. Die kleinsten Ungleichmäßigkeiten im Inneren des Rohres geben jeder Bambusshakuhachi einen eigenen, unverfehlbaren Klang. Shakuhachiliebhaber kaufen oft eine Shakuhachi welche besonders verbogen ist, oder einen Schönheitsfehler im Inneren hat, weil gerade diese dann einen individuellen Klang produziert.

Natürlich lässt sich eine Shakuhachi aus Ahorn vom Fließband zu ca. 150 Euro auch gut spielen, aber sie ist so individuell wie eine Blockflöte. Wenn Du Dich für eine Plastik Shakuhachi entscheidest, dann empfehle ich, den Rest des Buches nicht mehr zu lesen.

Bambusshakuhachis können aus einfachen Rohren gemacht sein, oder aus solchen mit einem Wurzelende. Das Wurzelende macht die Shakuhachi um einiges teurer, weil das Bearbeiten einer Bambuswurzel extrem schwer ist. Ich habe mir schon sämtliche Laufbandsägen dabei ruiniert, ohne dass ich die Wurzel richtig stutzen konnte. Letztendlich habe ich akzeptiert, dass diese per Hand am besten mit einer japanischen Ziehsäge zu bearbeiten sind, was allerdings auch am langwierigsten ist. Das Wurzelende muss gereinigt, geschliffen und mit einem feinen Pinsel lackiert werden. Der Mehraufwand macht sich zwar am Preis zu bemerken, aber er ist es auf jeden Fall wert. Shakuhachis mit Wurzelende kann man gut stimmen und man kann die konische Form (dass sich der innere Rohrdurchmesser sich vom Mundstück Richtung Ende verjüngt) kontrollieren.

Shakuhachis ohne Wurzelende sollten eine Wanddicke von mindestens 2-3 mm haben, es sei denn, dass der Shakuhachi-Meister das Innere des Rohres so behandelt hat, dass es nicht durch Feuchtigkeit beschädigt wird.

Traditionell wurden Shakuhachis von Innen mit dem japanischen „Uruchi“ lackiert und geschliffen. Davon ist heute dringend abzuraten. „Uruchi“ ist hoch toxisch und man kann das gleiche Ergebnis mit modernen Akrylmischungen erreichen. Fragt den Verkäufer nach dem Lackmaterial, welches er Euch anbietet und meidet solche Shakuhachis, welche mit lösungsmittelhaltigen Lack bearbeitet worden sind. Handle nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern bedenke, dass Du durch die Shakuhachi atmest!

Das Mundstück

Das Mundstück kann eine Intarsie „Utaguchi“ haben oder nicht. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Intarsie gut sitzt. Im Fall, dass keine eingelegt worden ist, muss die Vibrierkante so behandelt worden sein, dass sie durch das Anblasen nicht verdirbt. Eine Blaskante welche nicht hart ist, ist weggeschmissenes Geld! Kaufst Du eine Shakuhachi mit einer Utaguchi-Intarsie, dann empfehle ich Dir den Kinko-Stil (siehe Seite 13). Diese sitzt fester im Bambus und hält so gut wie immer, und falls sie aus irgend einen Grund doch rausspringen sollte, ist sie leichter zu restaurieren. Ich habe schon Intarsien aus Gold, Silber, Bernstein, Aluminium, Horn und Holz gemacht. Traditionell nutzt man japanisches Büffelhorn. Jede Intarsie ermöglicht einen anderen, besonderen Klang. Aluminium hat einen schärferen oder helleren Klang als Büffelhorn. Büffelhorn dagegen ist leichter anzublasen. Warum dies so ist, kann ich nicht sagen. Es muss aber mit der Fähigkeit des Stoffes zu schwingen zu tun haben. Schließlich wird dadurch der Klang produziert.

Das Binden und Verzieren

Dickwandige Bambusrohre, insbesondere solche mit Wurzelende, müssen nicht zwingend gebunden werden. Doch das Binden verleiht der Shakuhachi ein schönes Aussehen und gibt den Fingern, welche nicht damit beschäftigt sind, eines der fünf Löcher zu schließen, eine bessere Oberfläche zum Greifen der Flöte.

Shakuhachis aus dünneren Rohren müssen gebunden sein. Die Bindung schützt die Shakuhachi von Rissen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, sogar wenn eine gut gebundene Shakuhachi reist, dies völlig egal ist und dem Ton keinen Schaden zufügt.

Wäre die Shakuhachi nicht gebunden, dann würde solch ein Riss durch die ganze Shakuhachi durchgehen und der innere Lack würde in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch die sorgfältige und starke Bindung bleibt ein Riss dann lediglich ein Schalenriss.

Gebundene Shakuhachis müssen von außen mindestens einmal transparent lackiert werden, insbesondere bei Baumwollbindungen. Das Garn saugt den Lack auf und zieht sich beim Trocknen so zusammen, dass es den Bambus noch stärker umfasst. Der Rest des Lackes kann abgenutzt werden, die Bindung bleibt dennoch fast ewig….